In Berlin fand das Europäische Alumni-Forum2018 Energie statt

Für eine Fortsetzung und Stärkung des Erfahrungsaustauschs und der Zusammenarbeit im Bereich Energie zwischen Deutschland und Russland setzten sich am Samstag in Berlin über 300 Teilnehmer aus zehn Nationen beim Europäischen Alumni-Forum2018 ein. Die von Go East Generationen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Russischen Haus für Wissenschaft und Kultur organisierte Veranstaltung stand unter dem Motto „Energie – Ressourcen, Technologien und gesellschaftlicher Wandel“.

Nach einer kurzen Plenumssitzung und Begrüßung durch den GEG-Vorsitzenden Matthias Nagel wurden in vier Arbeitsgruppen am Vormittag die Themen „Energietechniken heute und in Zukunft“, “Intelligente Energienetze und Energiespeicherung – Stand und Trends“, „Energienutzung – Elektrizität – Wärme – Transport – Mobilität“ sowie „Energiewende – Mensch und Gesellschaft“ von etwa 30 Rednern aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Am Nachmittag fanden sich alle im Plenum zusammen, in dessen Mittelpunkt eine von der Journalistin Nana Brink moderierte Diskussion mit Professor Klaus-Dieter Barbknecht, Rektor der Technischen Universität Bergakadamie Freiberg, Professor Wilfried Bergmann, Stellvertretender Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums e.V., Jürgen Ranthum, Geschäftsführer Entsorgungswerk für Nuklearanlagen GmbH EWN und Werner Dietzsch, Mitglied des Vorstandes von GEG stand.

Während Energiewende in Deutschland in erster Linie der Umbau in Richtung erneuerbare Energien und der Ausstieg aus Atomenergie und Kohle bedeute, gehe es in Russland vor allem darum, die überalterte Technik zu ersetzen sowie eine stabile Versorgung im ganzen Land bis hin in die entlegensten Landesteile zu garantieren. Für die deutsch-russische Zusammenarbeit ergeben sich hierbei die vielfältigsten Möglichkeiten.

Als erfolgreiches Beispiel wurde vom Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland Sergej Netschajew das internationale Projekt zur Entwicklung eines europäischen Lasers genannt, das auf freischwebenden Elektronen aufbaut. Deutschland und Russland sind mit je 27 Prozent am Gesamtbudget des Projektes von 1,7 Milliarden Euro beteiligt.

In mehreren Vorträgen wurde die enge Zusammenarbeit zwischen deutschen und russischen Universitäten in den Bereichen Forschung und Lehre dargestellt. Als Beispiel dafür stellten Wladimir Kutuzov, Präsident der Sankt Petersburger Staatlichen Elektrotechnischen Universität und Professor Hannes Töpfer von der Technischen Universität Ilmenau die gemeinsame Ingenieursausbildung im Bereich der Sensorsystemtechnik für Energielösungen vor.

Hinsichtlich der Energiewende in Deutschland setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Workshops für einen ganzheitlichen Ansatz ein und forderten von der Politik einen Masterplan für Deutschland, der die einzelnen Teilaspekte zusammenführt und mit konkreten zeitlichen Abfolgen, Verantwortlichkeiten und Budgetplänen aufeinander abstimmt.

In einer Rede am Vormittag hatte Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung von Mecklenburg-Vorpommern dargestellt, wie in seinem Bundesland die Energiewende als industriepolitische Chance verstanden wurde. Der Minister hob die enge Zusammenarbeit von Mecklenburg-Vorpommern mit der Leningrader Oblast hervor und lud zum „3. Unternehmertag: Russland in Mecklenburg-Vorpommern“ am 17. Oktober nach Rostock ein.

Dr. Heidi Wedel, Referatsleiterin im Deutschen Akademischen Austauschdienst erklärte, dass mit Unterstützung des DAAD jährlich etwa 2.000 deutsche Studierende nach Russland, meist für ein Kurzzeitstudium von sechs Monaten, entsandt werden.

Das Europäische Alumni-Forum ist seit nunmehr acht Jahren eine hervorragende Plattform, um Kontakte zu knüpfen und Netzwerkarbeit zu betreiben – über Generationen, Branchen und Tätigkeitsbereiche hinweg.

 

Der Veranstalter des Forums ist der Go East Generation e.V, ein Verein von in Deutschland lebenden Absolventen russischer und sowjetischer Hochschulen. Mitgestaltet und gefördert wurde das Forum 2018 von der St. Petersburger Staatlichen Elektrotechnischen Universität LETI, dem Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD.

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